Willkommen Ramsey

Die Frage ob wir wachsen sollen oder ob es nicht klüger sei Natasha, Vincent und Duke „sicher“ durch ihre Schulzeit zu begleiten, beschäftigt uns schon lange. Auf jeder Vereinssitzung gibt es rege Diskussionen darüber, mit guten Argumenten von beiden Seiten.

 

Die Zusicherung weiterer regelmäßiger Spenden hat uns jedoch ermöglicht ab Januar 2019 ein weiteres Kind über Halisi Perspectives einzuschulen. Hierzu haben wir uns mit Regina Wangui, der Leiterin eines Waisenheims in Nakuru zusammengetan. Regina leitet seit 2011 das Waisenheim „Kadesh Barnea“, in dem ich 2012 einige Male ausgeholfen habe. Regina ist immer auf der Suche nach Menschen und Organisationen, die Kinder aus ihrem Heim unterstützen und so habe ich schon länger über Kadesh Barnea nachgedacht. Im Austausch mit Regina kam heraus, dass Ramsey, ein Junge aus Kadesh, ab dem kommenden Jahr auf die Roots Academy wechseln könne, sollte sich ein Sponsor für ihn finden.

 

Ramsey kannte ich noch von meinen ersten beiden Aufenthalten in Kenia, damals war er gerade zwei Jahre alt und ich habe ihn als ein sehr ernstes kleines Kind in Erinnerung, dass kaum gesprochen hat. Als Ramsey zu Kadesh Barnea kam, war er gerade mal ein gutes Jahr alt. Für die Kinder in Kadesh untypisch hat Ramsey noch Eltern, die im Slum Ponda Mali leben. Als Baby wurde er aus seiner damals neunköpfigen Familie geholt, da seine Eltern ihn nicht mehr ernähren konnten und die Nachbarn alarmiert wegen des verhungernden Kindes waren.

 

Dass wir Ramsey nun in die Halisi Familie aufnehmen können freut mich sehr. Auch, dass wir Josephine somit keine weitere Arbeit verursachen, da die Organisation für Ramsey von Kadesh übernommen wird. Regina und ihre HelferInnen sind bereits geübt in der Kooperation mit anderen Organisationen, da sie ständig darauf angewiesen sind, Hilfe von Außerhalb anzunehmen und zu koordinieren.

 

Ab 2019 sind es also Natasha, Vincent, Duke und Ramsey, denen wir mithilfe von Halisi Perspectives die Schulgebühren finanzieren können.
Wir freuen uns auf das nächste Jahr und die neue Zusammenarbeit mit Regina und dem Team von Kadesh Barnea.

2018

2012

Neues aus Nakuru – und Zukunftsgedanken von Halisi Perspectives e.V.

In Kenia ist gerade das Schuljahr ins letzte Drittel gestartet. Von September bis Dezember müssen Natasha, Duke und Vincent nochmal die Schulbank drücken, um dann in ihre wohlverdienten Weihnachtsferien entlassen zu werden. Für Natasha geht damit auch das zweite Schuljahr zu Ende und für Vincent das vorletzte Jahr seiner Schullaufbahn. Duke wird nach diesem Schuljahr auf eine weiterführende Schule wechseln. Welche das sein wird, erfährt er auf Empfehlung der Roots Academy hin am Ende des (Schul-)jahres.

 

Für uns ist Vincents naheliegendes Schulende ein Anlass gewesen darüber zu diskutieren wie es mit Vincent – und somit auch mit Halisi Perspectives- weitergehen soll.

 

So gerne wir auch möglichst vielen Kindern die Chance bieten wollen eine Schulbildung zu bekommen, so wichtig ist es uns auch die Kinder (und jungen Erwachsenen), die wir momentan sponsoren, bis zum Ende ihrer Ausbildung zu finanzieren. In Vincents Fall hieße das, wir würden ihm gerne das von ihm angestrebte Medizinstudium ermöglichen. Um herauszufinden was etwa ein Studium in Kenia kostet haben wir uns mit Scott besprochen, der momentan internationale Kommunikation in Nairobi studiert. Somit sind wir überschlagen auf einen Betrag von gut 30.000 Euro gekommen, um allen Dreien, Natasha, Vincent und Duke, bis zum Ende eines potentiellen Studiums (oder einer Ausbildung) zu unterstützen, die Halisi Perspectives in den nächsten 10 Jahren sammeln müsste. Diese hohe Summe lies uns – vorerst- zu dem Schluss kommen, dass wir zwar momentan als kleiner Verein finanziell gut aufgestellt sind, aber ebenso Rücklagen schaffen müssen, um sicher zu stellen, dass wir die Drei nicht nur bis zum Ende ihrer Schullaufbahn unterstützen können. Denn wie sonst sollen sie in der Lage sein ihre Ausbildung nach der Schule zu realisieren?

 

Eine Alternative wäre der Austausch mit einem Verein der ebenfalls in Kenia arbeitet und auf ebendies spezialisiert ist: jungen mittellosen Menschen, die aus verschiedenen Gründen in der Lage waren eine Schule zu besuchen, das Studium, beziehungsweise die Ausbildung zu finanzieren. Leider haben wir auf unsere Anfrage hin noch keine Rückmeldung des Vereins bekommen. Gehofft hatten wir eine Partnerschaft eingehen zu können und diesem Verein quasi nach der Schule „unsere“ Kinder zu vermitteln.

 

Neben unserem Gefühl eigentlich nicht in der Lage zu sein noch weitere Kinder aufnehmen zu können wurden wir von zwei Familien angesprochen die, in einem Fall auf fünf Jahre begrenzt, gerne die Patenschaft für ein weiteres Kind übernehmen wollen. Wie also umgehen mit diesen großzügigen – und verlockenden – Angeboten einem, beziehungsweise zwei weiteren Kindern die Möglichkeit zu bieten zur Schule zu gehen?

 

Wir sind also nach wie vor in der Findungsphase und freuen uns über jede Anregung von Außen!

 

Ach ja: Nach „nur“ 1,5 Jahren ist dann auch schon der Kontogründungsprozess zu einem Ende gekommen und wir können endlich Lastschriften einziehen und Online Banking nutzen. Hurrah!

Stand Januar ’17

Neues aus Nakuru

2017 hat bereits begonnen und wie immer um diese Zeit beginnt für kenianische Schulkinder auch ein neues Schuljahr.
In diesem Jahr durfte ich den Jahreswechsel gemeinsam mit Jonas und meiner Kommilitonin Lara in Kenia miterleben. Bei dieser Gelegenheit haben wir an dem Projekt zur Finanzierung der Schulgebühren von Vincent und Duke weitergearbeitet, die nun seit Januar 2013 die Schule besuchen, sowie mithilfe eines weiteren Sponsors ein drittes Kind einschulen können.

Zunächst einmal Neuigkeiten von den Kindern:

Duke wurde mit einem sehr guten Zeugnis in die siebte Klasse versetzt und hat nun noch zwei Jahre an der Roots Academy, bevor er eine weiterführende Schule besuchen kann.
Vincent hat seinen Abschluss an der Roots Academy mit einem herausragenden Zeugnis (nur Einsen und eine Zwei plus!) geschafft und geht ab Januar 2017 auf die „St. Joseph Boys Highschool“, eine der besten weiterführenden Schulen des Landes.
Da diese Schule staatlich gefördert wird, fallen Vincents Schulgebühren ab sofort etwas niedriger aus, als bisher. Dies, und die Tatsache, dass wir Ende 2016 einen weiteren festen Sponsoren hinzugewonnen haben, ermöglichte es uns ein drittes Kind in das Projekt aufzunehmen.
Mit der Hilfe meiner Gastmutter Josephine kamen wir so auf die sechsjährige Natasha, die mit ihrer Familie ebenfalls unter schwierigen Umständen in Nakuru lebt.
Seit dem 09. Januar besucht Natasha nun eine Grundschule in Nakuru. Zwar handelt es sich hierbei um kein Internat, es ist jedoch gewährleistet dass Natasha dort mindestens eine warme Mahlzeit am Tag bekommt.
Eine weitere positive Entwicklung ist, dass die Familie von Duke und Vincent im Laufe des letzten Jahres umziehen konnte. Zwar leben sie noch immer in Ponda Mali, dem größten Slum Nakurus, mittlerweile konnten sie aber an den Rand des Slums in eine etwas festere Behausung ziehen. Zum Straßenrand hin steht außerdem ein kleiner Bretterverschlag, in dem die Familie etwas Gemüse und kleine, selbtgefangene Fische verkauft.
Nun ein paar Neuigkeiten zu dem Projekt:
Um die Schulgebühren für die drei Kinder auch weiterhin zahlen zu können, habe ich mich mit Freunden und Familie zusammen getan, um einen Verein zu gründen.
Momentan laufen hierzu alle Vorbereitungen und wir haben bei unserem Besuch in Kenia versucht, möglichst viele Unterlagen zusammen zu sammeln, um als gemeinnütziger Verein ins Vereinsregister eingetragen werden zu können.
Unter dem Namen „Halisi Perspectives e.V.“ wird uns dieses hoffentlich noch im Januar gelingen. Seit unserer Rückkehr aus Kenia wird hierzu fleißig an einer Homepage und dazugehörigen Videos gearbeitet, die wir in Nakuru aufnehmen konnten.
Außerdem wurde das Projekt dank einiger Freunde, die sich schon länger für diese Arbeit engagieren, Ende vergangenen Jahres für den Bergedorfer Bürgerpreis nominiert. Die Verleihung des Preises findet Anfang Mai statt und würde dem Projekt im besten Fall eine Summe von 4000 Euro bescheren.

Wir dürfen also alle gespannt sein, wie sich das Projekt im Laufe des neuen Jahres entwickelt. Ich bin sehr dankbar für alle, die geholfen haben das Projekt soweit zu gestalten und mitzufinanzieren. Besonders freue ich mich über die vielen Helferinnen und Helfer, die nun auch ganz aktiv an der Vereinsgestaltung mitwirken. Neuigkeiten gibt es dann hoffentlich bald über die offizielle Homepage von Halisi Perspectives!
Ich wünsche euch allen ein schönes und glückliches Jahr 2017,
besonders im Namen von Natasha, Duke und Vincent! Eure Lisa

Schulausrüstung beschaffen

Wenn im Januar in Kenia die Schulen zum neuen Schuljahr öffnen, sieht man überall auf den Straßen und in den Bussen Schulkinder mit blauen Blechkisten. Alle Kinder, die in der Schulzeit in einem Internat leben, haben eine solche Kiste bei sich. Auch Vincent und Duke mussten zu ihrer Einschulung auf der Roots Academy eine solche Kiste mitbringen. Diese sollte mit ganz bestimmten Dingen bestückt sein. Neben Schulbüchern, Uniformen, Handtüchern und Zahnbürsten, müssen die Schülerinnen und Schüler auch einen Eimer zum Waschen, ihre eigene Matratze und Klopapier mit in das Internat bringen. Ein paar Wochen vor Schulbeginn bekommen die Kinder eine Liste, auf der alles nachzulesen ist, was in der Kiste zu finden sein muss. Von der Bettwäsche bis zum Anspitzer muss alles, was auf der Liste steht, beschrifet und den Schülerinnen und Schülern zum ersten Schultag mitgegeben werden. Auch die Schulbücher werden in der Kiste transportiert. Neben Atlanten und Wörterbüchern finden sich auch verschiedene Schulbücher in Englisch und Swahili sowie die Bibel. Neben den Schuluniformen werden auch Sportanzüge, Schwimmkleidung, Sport- und Uniformschuhe sowie Freizeitkleidung benötigt. Auch Socken und Unterwäsche müssen zu Beginn eines neuen Schuljahres in festgelegter Menge mitgebracht werden. Offiziell darf ein Kind erst in die Schule kommen, wenn alle Gegenstände, die auf der Liste stehen, besorgt worden sind.