Die Corona – Lage in Kenia und der Schulstart 2022

Während wir in Deutschland über eine dritte oder vierte Impfung gegen das Corona Virus diskutieren sind in Kenia erst 8,6 % der Menschen vollständig gegen das Virus geimpft worden. Josephine berichtete von Corona Fällen aus ihrer Familie, die trotz schwerer Verläufe Stunden fahren mussten, um ein freies Krankenhausbett zu finden (es geht allen wieder gut!). Scott erzählte, er habe das Gefühl, die Regierung hätte im Kampf gegen das Virus kapituliert und würde auf eine Durchseuchung der Bevölkerung setzen. Dennoch bleibt das Gefühl, dass die große Katastrophe in dem Land bisher ausblieb - vielleicht auch aufgrund der recht jungen Bevölkerung.
Unter diesem Link findet ihr ein paar Artikel zur aktuellen Corona – Lage in Kenia und der Impfsituation auf dem afrikanischen Kontinent: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/corona-581.html
So bestimmte also auch im letzten Jahr Corona unser aller Leben.

Trotz der schwierigen Umstände gibt es von Vincent, Duke, Natasha und Ramsey ein paar gute Neuigkeiten:

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Vincent:

Vincent hat im letzten Jahr trotz des unregelmäßigen Schulunterrichts seinen Abschluss geschafft und ein Studium an der South Eastern Kenya University, etwa sechs Stunden von Nakuru entfernt in der Nähe von Kitui, begonnen. Allerdings nicht, wie gewünscht, Medizin sondern Elektrotechnik. In Kenia scheint das Vergabesystem für Studienplätze den Schüler:innen automatisch einen Studiengang nach Punktzahl zuzuordnen, ungeachtet der Wünsche und Interessen der Einzelnen. Dies war natürlich erst einmal für alle, vor allem für Vincent, eine überraschende Wende. Nach einer Eingewöhnungsphase und einem Versuch den Studienplatz doch noch einmal wechseln zu können, hat er sich nun mit der Situation arrangiert und begonnen mit dem gleichen Engagement sein Studium zu begehen, mit dem er auch seinen Schulweg gemeistert hat. Er ist in ein Studentenwohnheim gezogen und aus den E-Mails, die er schreibt, bekommt man das Gefühl, dass er beginnt sein neues, selbstbestimmteres Leben zu genießen. Er hat sich ein eigenes Handy, eine eigene E-Mail Adresse und einen Facebook Account zugelegt. Vincent schreibt gerade einen kleinen Bericht über seine ersten Erfahrungen als Student, der in Kürze hier auf der Homepage veröffentlicht wird.

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Duke:

Auch Duke hat sich durch die Schulzeit gebissen und beginnt nun sein letztes Jahr bevor es auch für ihn in die Abschlussphase geht. Auch er musste im letzten Jahr selbstständiger werden. Dadurch dass Vincent und Duke nun zu unterschiedlichen Zeiten Ferien haben, übernimmt Duke nun die Kommunikation mit uns, berichtet von seiner Familie und erledigt alleine die Einkäufe für seine Schulmaterialien etc. Vincent und Dukes Mutter konnte im letzten Jahr wieder regelmäßiger arbeiten, zwar ist die Situation nach wie vor sehr schwierig für sie aber nicht mehr so aussichtslos wie noch zu Beginn der Corona Pandemie. Auch konnte sie bereits ein erstes Mal gegen das Corona Virus geimpft werden.

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Natasha:

Nastasha war zu Beginn der Corona Pandemie zunächst verschwunden und aufgrund der strengen Reisebeschränkungen war es Josephine und Scott nicht möglich herauszufinden, wo sie sich aufhielt. Im letzten Jahr ist sie mit ihrer Familie wieder nach Nakuru zurück gekehrt und konnte wieder in den Schulbetrieb starten. Die harten Wochen und Monate im Lockdown hat sie mit ihrer Familie auf dem Land bei Verwandten verbracht. Eine Entscheidung, die viele Menschen aus den Städten Kenias getroffen haben, da es dort lange keine Arbeit und somit keine Möglichkeiten der Versorgung mehr gab.
Nun geht Natasha wieder regelmäßig zur Schule und wird im März die fünfte Klasse abschließen.

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Ramsey:

Auch Ramsey ist wieder an die Roots Academy zurück gekehrt. Er hat dort im letzten Jahr die fünfte Klasse besucht. Normalerweise beginnt in Kenia stets im Januar das neue Schuljahr, aufgrund der längeren Schulschließungen wird Ramsey aber erst im April in die sechste Klasse übergehen. Für ihn beginnt dann das letzte Schuljahr an der Roots Academy. Dieses geht nur bis Januar 2023 und danach wird er, wie auch Vincent und Duke vor ihm, an eine weiterführende Schule geschickt. Wir sind gespannt, welche es sein wird und hoffen, dass sie nicht zu weit von Kadesh entfernt liegt, um Regina nicht allzu viel logistischen Aufwand zu bescheren.

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Und der Verein?

Der Halisi Perspectives e.V. steht nach wie vor finanziell gut dar. Wir haben viele Spenderinnen und Spender, die einen monatlichen Beitrag für den Verein leisten und somit ist es uns möglich auch längerfristig kalkulieren zu können und nun auch Vincent im Studium zu begleiten.
Da die meisten Vereinsmitglieder in der Zwischenzeit umgezogen sind, haben wir unseren Vereinssitz geändert. Netterweise durften wir dazu die Arbeitsadresse von Markus nutzen, sodass der Verein jetzt die noble Anschrift „Am neuen Wall“ in Hamburg trägt. Dies gewährleistet einen stabilen Sitz des Vereins, denn für die meisten von uns ist nach wie vor unklar, wohin sich die Wohnsitze noch verändern werden. Allerdings ist über die Corona Zeit die vereinsinterne Kommunikation ein wenig eingeschlafen. Eine Situation an der wir in diesem Jahr arbeiten wollen – wer weiß, vielleicht ist es ja diesmal tatsächlich das letzte Corona Jahr. Auch wenn sich die Coronazahlen derzeit täglich überbieten, bleibt die Zuversicht 🙂

Zum Abschluss bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, die einen Beitrag für Halisi Perspectives e.V. geleistet haben. Trotz der Krisen Zeiten zeigt sich, dass es sich lohnt und wir nun den ersten Schulabschluss und Uni – Start feiern dürfen! 🙂

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